Es gab und gibt noch andere Umfragen, die uns mehr oder weniger bereichert haben.
Zum einen wäre da “Der Deutsche Rollenspiele Preis” [sic!], der zuletzt im Winter 05/06 lief, aber schon seit 2000 vergleichsweise erfolgreich war. Seit zwei jahren ist es dann doch recht still um das Projekt geworden, das eigentlich immer mit satten Zahl befragter Personen auftrumpfen konnte. Der erste (?) DRSP von 2000 bekam immerhin 632 Fälle zusammen, 2005 waren es dann sogar schon über 2200. Geschafft wurde dies mit einer relativ langen Laufzeit (etwa zwei Monate), viele unterstützende Partner sowie Sponsoren, die später wirklich haufenweise zu verlosende Preise gestellt haben!
Lange Zeit war das Ziel des DRSP “nur” einen Überblick über die beliebtesten Systeme, Bücher, Autoren, Zeichner, TableTops etc. zu kriegen, was auch den großen Verlagen scheinbar gut gefiel. Wenn man sich aber einen Fragebogen anschaut, sieht man, wie viel Potential verschenkt wurde: Es wird genau nichts demographisches erfragt. Wenn ich als Verlag so etwas sponsore, würde ich schon erwarten, wenigstens ein ganz primitives Profil meiner Kunden zu kriegen. Die Methode der Eingabe ist außerdem genauso schlecht wie leider auch bitter nötig. Der Aufwand, die mehr als 2000 Fragebögen per Hand zu codieren ist eklig, aber bei der Vielzahl gespielter Systeme kommt man mit vorgegebenen Antworten allein auch nicht aus. Viel Arbeit bei der Datensatzerstellung, aber so schlimm wird es nicht gewesen sein, schließlich wurde diese alte Form einige Jahre beibehalten.
Dann kam der runderneuerte und letzte DRSP im Jahre 2005. Es wurde jetzt voll und ganz auf Mehrfachantworten und Itembatterien gesetzt, was auch sehr effizient ist, um möglichst viel Information schnell zu gewinnen. Es wurde auch mit Filtern gearbeitet und insgesamt mehr Möglichkeiten der Technik genutzt, doch diese Vorteile wurden an anderer Stelle zerschlagen.
Der Fragebogen war relativ unvollständig und die Antwortmöglichkeiten oft zu starr. Die beliebte Frage nach dem beliebtesten Rollenspiel wurde gestrichen, eigentlich ein Markenzeichen des DRSP. Stattdessen wurde nur gefragt, ob und wie gut man dieses oder jenes Rollenspiel kennt und wie oft es gespielt wird. Es wurde jetzt hauptsächlich nach neuen Produkten gefragt, vermutlich um den Verlagen irgendwie entgegenzukommen. Für eine Kundenbefragung ging das aber ziemlich in die Hose, da die Listen reichlich unübersichtlich und auch unvollständig waren. Gelegentlich waren die Auswahlmöglichkeiten einfach nur wirr und auch im Tanelorn-Forum hagelte es reichlich Kritik.
Der runderneuerte DRSP war einfach nur unfertig. Man hätte noch ein oder zwei Monate mehr Arbeit investieren müssen, dann wäre vermutlich etwas dabei herausgekommen, dass jemand die Jahre darauf auch hätte fortsetzen wollen. Schade eigentlich, denn 2005 wurden das erste mal ein paar wirklich interessante Daten erhoben! Die Verteilung der Geschlechter, das Alter, die Zeit als Rollenspieler: Da finden sich durchaus Ähnlichkeiten zu meinen Daten. Die Möglichkeit einer bi- oder multivariaten Datenanalyse scheinen dort zwar auch keinem bekannt zu sein, aber immerhin ein Anfang.
Fazit: Mit viel Unterstützung durch Sponsoren wurde der DRSP über Jahre aufgebaut und als dann endlich der Durchbruch kam (neue Technik, interessantere Fragen) hat man so viel versaut, dass er wohl nicht wiederkommt. Die Auswertung des DRSP 2005 ist jedenfalls Standardkost geblieben. So viel dazu…
Hinweis: Die “Befragung von Fantasyrollenspielern” vor etwa einem Jahr harrt noch ihrer Auswertung, an der aber gearbeitet wird! Der Link zur Umfrage führt zwar leider ins nichts, aber der Bogen schlummert noch immer auf meiner Festplatte. Der Hofrat war nicht als einziger ziemlich unglücklich über die Fragen, die teilweise unheimlich waren:
Wieviele Rollen hast du insgesamt?
Hast du das Gefühl, dass du mit Nichtrollenspielern Verständigungsprobleme hast (unterschiedliche Weltsicht)?
Glaubst du, dass dir das Rollenspiel bei der Bewältigung deiner Probleme hilft?
Ich habe erst vor kurzem wieder bei der Erstellerin der Umfrage angefragt, ob den tatsächlich noch mit einer veröffentlichten Auswertung zu rechnen sei und ja, wir können hoffen! Es dauert zwar noch, aber es ist nicht vergessen.
Auch wenn die Untersuchung in eine doofe Richtung geht (Realitätsflucht), freue ich mich auf die Auswertung. Bitte etwas anspruchsvoller. Danke.