Die Datenaufbereitung ist eine langwierige Arbeit, die außerdem hohe Genauigkeit erfordert und deshalb muss ich zunächst mitteilen: Nein, ich habe noch keine endgültigen Ergebnisse parat. Zu einigen Variablen habe ich noch nicht einmal vorläufige Ergebnisse. Vor allem das Studium und viele damit zusammenhängende Dinge ließen mir in den letzten Tagen nur äußerst wenig Zeit und die kommenden Tage sieht es auch wieder sehr bescheiden aus. Die Daten laufen mir aber auch nicht weg, und so möchte ich die Zeit mit einem kleinen “Best of” aus den Kommentaren überbrücken.
Da alles anonym ist, besteht kein Problem damit, hier ein paar Auszüge zu präsentieren. Einige Kommentare sind exemplarisch für durchaus häufiger gestellte Fragen, die ich hier ganz kurz beantworten möchte.
Das von mir am aktivsten gespielte Rollenspiel ist ein Live-Rollenspiel (LRP, kein LARP), was das Beantworten einiger Fragen schwierig gestaltete, da es sich nicht klar Pen&Paper oder LARP zuordnen lässt. Vielleicht würde es helfen, statt “Rollenspiel” den Begriff “Pen&Paper-Rollenspiel” und statt “LARP” “Live-Rollenspiel (z.B. LARP)” zu verwenden.
Nun, tatsächlich schrieb ich auf Seite drei des Fragebogens explizit, dass im Folgenden das umständliche “Pen&Paper-Rollenspiel” zu “Rollenspiel” verkürzt wird. Ich dachte mir schon, dass das in wenigen Fällen Probleme bereitet, da Texte – gerade im Internet – oft nur sehr flüchtig gelesen werden. Vielleicht fällt mir noch eine elegantere Lösung ein.
Was bitte hat die Politik mit Rollenspiel zu tun? Die Frage hätte man sich auch verkneifen können, deshalb habe ich da auch keine Angabe gemacht, sorry.
Ich versteh nicht ganz was meine religiöse und politsche Denkweise mit Rollenspiel zu tun hat.
Die Fragen auf den letzten Seiten gehen Sie überhaupt nichts an.
Ähnliche Kommentare finden sich noch häufiger im Datensatz und auch in verschiedenen Foren. Nun, ganz simpel könnte man entgegnen: Es wird sich im Rahmen der Auswertung erst noch zeigen, ob religiöse oder politische Ansichten etwas mit Rollenspiel zu tun haben. Weiter will ich das hier erst einmal nicht ausführen. Sollten sich bei Analysen keine wie auch immer gearteten relevanten Zusammenhänge zwischen politischen und rollenspielerischen Vorlieben zeigen, sollte ich mir die Fragen in Zukunft wahrscheinlich wirklich schenken.
die liste der möglichen Rollenspiele war zu kurz und enthielt aus meiner Sicht die uninteressanten Systeme
ich bedaure die geringe Bewertungsvielfalt der Systeme. Ein Nischensystem wie Warhammer als RPG anzuführen und dann Earthdawn nicht zu erwähnen finde ich schade.
Die Anzahl der Rollenspiele bei deren Bewertung war zu gering
Ich hatte die Liste nicht vollkommen willkürlich zusammengestellt, sondern aus Ergebnissen des letzten Jahres abgeleitet und die vorläufigen Zahlen bestätigen mich. In den Freifeldern zu “Lieblingsrollenspiel” und “Meistgespieltes der letzten 12 Monate” wurden genau diese – DSA,(A)D&D,CoC,(n)WoD, SR, WFRP, Midgard – am Häufigsten angegeben. Man könnte überlegen noch Earthdawn, GURPS, Savage Worlds, RoleMaster oder Arcane Codex aufzunehmen, das wären nach den Top 7 noch die häufigsten. Dagegen spricht aber, dass etwa 50% aller Befragten in ihrer Rollenspielerkarriere gerade mal 3 oder weniger verschiedene Rollenspiele gespielt haben. Längere Listen zu bewertender Spiele bergen dann meinen Vermutungen nach eher mehr Frustpotential als sonstwas.
Ich fände es schön, wenn man bei mehr Fragen die möglichkeit hätte individuell zu Antworten (Texteingabe)
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Ja, gerade wenn bei Befragten großes Interesse für das Thema der Umfrage besteht, kommen solche offene Fragen sehr gut an. Im Rahmen quantitativer Untersuchungen produzieren diese allerdings auch diverse Probleme und steigern den – in diesem Fall meinen – Arbeitsaufwand ganz extrem. Dahingeschriebene Antworten von ~2200 Befragten auszuwerten verschlingt verdammt viel Zeit.
Mehr erläuternde Angaben zum Verständnis (Intention) der jeweiligen Frage wären begrüßenswert.
Tja… hier muss man abwägen. Zum einen können Fragen durch zusätzliche Erläuterungen sicherlich präziser beantwortet werden, aber auf der anderen Seite lassen genug Kommentare darauf schließen, dass oftmals nicht einmal die knappen Fragen vollständig gelesen wurden. Außerdem könnten potentielle Teilnehmer durch zu viel Text – und somit höherem Aufwand – noch eher abgeschreckt werden. Viele fanden die Umfrage schon etwas lang. Man kann nicht alle Wünsche gleichermaßen bedienen.
… VIEL kürzer !
Dies konnte ich sinngemäß noch einige Male lesen. Manche monierten aber auch, dass die Umfrage nicht ausreichend ins Detail vordrang. Die meisten störten sich am Umfang scheinbar nicht.
Wieso wird der Inhalt bei der Frage nach der Wichtigkeit einer Eigenschaft bei Rollenspielbüchern nicht bewertet?
Bei den Eigenschaften der Rollenspielwerke fehlte mir als Kriterium schlicht “Inhalt”; der ist mMn auch am Wichtigsten.
Es war eine ganz bewusste Entscheidung nicht danach zu fragen, wie wichtig einem der Inhalt eines Rollenspielbuchs ist. Mal ehrlich: Wer gäbe denn hier an, dass ihm das weniger wichtig oder überhaupt nicht wichtig sei? Ich nehme an, das 90% und mehr angegeben hätten, dass sie sehr viel Wert auf den Inhalt legen. Wenn ich die Antwort also schon kenne, brauche ich die Frage auch nicht mehr zu stellen. So mein Gedankengang. Stichwort: Itemschwierigkeit.
Huch, damit habe ich nicht gerechnet…
Ich ehrlich gesagt auch nicht… ???
Bitte einige Fragen besser quantifizieren, z. B.: “Wie häufig hast Du schon Rollenspiel-Conventions besucht?” Wie häufig ist “häufig”?
Wie die Erfahrung in der empirischen Sozialforschung lehrt, funktioniert die persönliche Einordnung nach solchen individuell zu bewertenden Skalen oft gut bis sehr gut und bereitet den meisten Befragten keine Schwierigkeiten. Exaktere Quantifizierungen in Antwortmöglichkeiten kann in vielen Fällen das Antwortverhalten und die Teilnahmebereitschaft sogar negativ beeinflussen. Es muss wie üblich für jede Frage individuell entschieden werden und im Rahmen dieses Ein-Mann-Projekts mussten manche Entscheidungen etwas schneller fallen.
Gibt’s keine Frage zum Rauchverhalten?
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Ok, wirklich ganz ohne Sarkasmus: Wer will das?
Bei der Statistik wäre interessant gewesen, ob sich die Leute eher Sammler sind oder ob sie auch die Spiele spielen.
Ich hoffe mit Fragen wie “Wie viele Rollenspiele besitzt Du?” und “Wie viele Rollenspiele hast Du schon gespielt?” bzw. “Wie häufig im Monat spielst Du Rollenspiele?” dies teilweise beantworten zu können. Eine Ergänzung á la “Wie viele Rollenspiele aus deiner Sammlung hast Du wenigstens schon einmal ausprobiert?” ist dazu – das erkenne ich natürlich an – nicht ganz deckungsgleich und wäre für zukünftige Projekte durchaus denkbar.
So, dass soll erst einmal genug für heute sein, ich habe für die Tage noch genug interessanten Stoff auf Lager. Erst einmal die Woche und den Samstag auf der SPIEL rumkriegen, dann schau ich weiter. Zum Schluss noch mein persönlicher Favorit:
Es bedarf einer Frage wo ich meiner Abneigung gegen Magier Ausdruck verleihen kann!

Hm, magst du nicht auch ein paar positive Kommentare anführen? Ich bin sicher, dass die Communitiy nicht nur gemeckert hat. Im übrigen habe ich gerade die Fragen zu gesellschaftlichen Dingen für relevant gehalten. Wir Rollenspieler werden ja gerne in Stereotypen eingeteilt (fette, bärtige Asoziale mit Körpergeruch, dafür ohne Leben oder Job). Ich sehe im meinem Umfeld das Gegenteil und bin gespannt, ob die Umfrage mit einigen Klischees aufräumen kann. Oder nicht.
Und die Sache mit dem Rauchen fände ich wirklich interessant; nach meiner Erfahrung weichen da jedenfalls einzelne Gruppen ganz massiv von der Norm ab (Quoten zw. 80 und 100%), und auch im gesamten rollenspielenden Umfeld stelle ich eine mindestens 50%ige Raucherquote fest.
Ansonsten ein positiver Kommentar von mir: Deine Arbeit ist hochinteressant und ein gelungenes Beispiel, wie sich empirische Sozialforschung mit unser aller Hobby verbinden läßt. Als angehender Soziologe danke ich dir dafür;).
Positive Kommentare? Wo gab’s die denn?
Nein, die meisten Kommentare waren tatsächlich freundlich und positiv, was ich zu erwähnen vergas. Wird nachgeholt.
Einige Klischees dürften sicherlich überholt sein, eine ganze Reihe kann ich mit meinen Daten aber sicher auch bestätigen…
Nochmals Danke für deine Mühe! Fragen, ob der Nutzer selber raucht, ob jemand in der Rollenspielrunde raucht und ob dafür Pausen eingelegt werden, fände ich schon interessant, da dies bei uns damals auch mal ein Thema war.
In der Tat sehr spannend! War eine Freude mitzumachen und ebenso ist es spannend, Resultate zu sehen